Mit dieser Frage, öffentlich gestellt bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau am 16. Januar und direkt in der Presse gelandet, hat der Kanzler mich wirklich richtig zornig gemacht. Wie kann man im Zusammenhang mit Krankheit überhaupt auf eine Vokabel wie notwendig kommen? Das vollständige Zitat lautet: „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“
Übrigens hat mein entsprechender Kommentar auf einen Instagram-Post in den letzten zwei Tagen mehr als 2.000 Likes bekommen, das habe ich noch nie zuvor erlebt. Ich bin also keineswegs allein mit meinem Unmut.
Wie kann man „seine“ Bürger dermaßen mißtrauisch und empathiebefreit betrachten? Ja, ich denke mir, daß Krankschreibungen auch missbraucht werden – aber eher in Ausnahmen, nicht grundsätzlich. Die Probleme liegen doch ganz woanders! Wie kann man ein Thema so eindimensional betrachten und formulieren?
Ich würde gerne meine ganze Empörung über diese zutage tretende, maximal unmenschliche Haltung des Kanzlers abkürzen und ihm einfach nur wünschen, daß er mal am eigenen Leib erlebt, was Krankheit mit Menschen und ihrem Leben machen kann. Aber das tut man nicht, weiß ich doch.
Doch was Merz macht, das tut man auch nicht – erst recht nicht als jemand, der angeblich zum Wohle aller arbeitet. Der Mann ist wirklich ein kalter Fisch.
Das Bild oben ist ein Screenshot von der wunderbaren Zitatsuchmaschine der HU Berlin.
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