Das Foto habe ich gemacht im März 2001, als der baM* und ich in New York waren.
Die schlimmsten Gewaltakte, die ich in meiner persönlichen Erinnerung jederzeit wieder hervorholen kann, sind – in chronologischer Reihenfolge – der Anblick des von der IRA ausgebombten Herrenhauses auf dem irischen Gut, dessen Verwalter mein Onkel war, die Schleyer-Entführung und alle weiteren RAF-Grausamkeiten, der Angriff auf die Twin Towers in New York und der Kriegsbeginn Russlands gegen die Ukraine mitsamt aller einzeln gar nicht mehr aufzählbaren Angriffe auf die geschundene Zivilbevölkerung.
Und direkt angemerkt für Whataboutisten: klar gibt es viel mehr, was ich aufzählen könnte, aber die genannten Vier sind meine ganz persönlichen Wichtigsten des unbeeinflussbaren Grauens.
Heute jedenfalls, wo alle Welt wegen „Nine-Eleven“ das Weißt-du-noch-was-du-gemacht-hast-Spiel wieder aufleben lässt – ja, auch ich weiß es natürlich noch –, wird mir anhand meiner eigenen Aufzählung da oben vor allem klar, wie furchtbar viele Gewaltakte es gibt (die menschliche Aggression), wie unfassbar unterschiedlich sie in der Ausführung sind (die menschliche Phantasie) und wie unendlich segensreich es ist (das menschliche Gehirn), daß wir sie nicht unentwegt präsent haben in unseren Köpfen und Herzen.
Wir wären ja handlungsunfähig vor Trauer und Entsetzen.
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D’accord. Es gibt Ereignisse, die sich so ins Hirn gemeißelt haben, die wird man nie los.
Sie wirken in uns nach. Für immer.
Ich hatte nach dem Titel des Blogeintrags schon befürchtet, hier käme jetzt auch ein „Weißt du noch, was du…“-Beitrag, aber nein. Danke für diesen Text, sehr gut ausgedrückt.
🙂