Ich war noch nie auf der Frankfurter oder irgendeiner anderen Buchmesse. Bis Freitag.

Denn dank unserer Nominierung für den „Orbanism Award“ (ich schrieb schon darüber) mit dieser tollen Begründung

„Die Plattform blogs50plus eröffnet einer Zielgruppe alle Türen und Tore, die sonst im hippen Netz kaum auftauchen. Begegnung und Austausch im digitalen und analogen Raum für eine Generation, die eher mit der klassischen Tageszeitung in Verbindung gebracht wird; die Plattform ist auf ihre Art und Weise ein besonderer Vorreiter. Den Initiatorinnen Uschi Ronnenberg und Maria Al Mana gebührt gehörigen Respekt und großes Lob für diesen Aufbau, der seinesgleichen sucht.  Sie sind Menschenvernetzerinnen.“

war für Maria und mich vollkommen klar, daß wir zu Preisverleihung fahren würden – sie aus Pulheim und schon am Mittwoch, ich aus Aachen, beide im selben Hotel und gemeinsame Rückfahrt im weltschönsten Mini.

Ich war Freitag dann bereits am späten Mittag auf der Messe. Einen groben Plan (Kunstbücher, Kalender, Foodliteratur, Comics, wie präsentieren sich die Verlage) hatte ich, so daß ich nicht in falschen Hallen landete, mich aber zunächst ziemlich orientierungslos fühlte – bis ich das Leitsystem mit farbigen Teppichböden kapierte. *grins* Meinen Buchmesse-Anfänger-Glauben, mir würde hier nur Neues begegnen, verlor ich schnell, da doch auch viele Bücher ausgestellt waren, die ich bereits kannte.

Da ich weder konkrete Termine hatte noch in Akquiselaune war („Ich gestalte so schöne Buchcover!“), freute ich mich vor allem die ganze Zeit darüber, wie viele und teilweise wunderschöne Bücher es gibt. Ich fand viele Messestände toll (ein Thema, mit dem ich in diesem Leben ja auch schon sehr viel zu tun hatte) und habe ansonsten einfach Tonnen optischer Eindrücke in mich aufgesogen.

Um 18 Uhr begann dann im Lesezelt die Preisverleihungs-Veranstaltung, nicht so doll besucht, wie ich mir das nach Marias Erzählungen von Vorjahren vorgestellt hatte, und ziemlich Rap-lastig, das muss man ja auch mögen. Wir haben dann auch nicht gewonnen in unserer Kategorie, das tat unserer guten Laune aber keinen Abbruch. (Ganz so wie bei den Oscars mit der großen Uiii-ich-habe-gewonnen-Überraschung war es auch nicht, denn die Gewinner, die nicht persönlich da sein konnten, aber eine Videobotschaft geschickt hatten, mussten ja irgendwie doch schon vorher von ihrer Platzierung gewusst haben…) Wir machten uns dann irgendwann von dannen – der Rapper war super, aber natürlich auch laut – und tranken in der irischen Kneipe neben dem Hotel (draußen sitzend!) noch ein gepflegtes Guinness und quatschten. Über die Buchmesse, die Nominierungs-Ehre, unser wunderschönes Projekt und das Leben überhaupt…

Ein schöner Abschluß eines ziemlich aufregenden Tages.