#WmDedgT ist die Kurzform für “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und wurde 2013 von Frau Brüllen eröffnet – jeden Monat am 5. protokollieren Blogger ihren Tag. Einblicke in den Alltag vieler Leben und Berufe und über den eigenen Tellerrand hinaus. Hier schreibt eine Design-und-Text-Freiberuflerin mit Ehemann, Dachwohnung und Souterrainbüro im selben Haus…

7:00 | Auch am Sonntag bin ich von selbst wach – immer dasselbe… Ich mache mir Kaffee und gehe direkt an den Laptop, denn heute muß die Überarbeitung meiner Büro-Website unbedingt fertig werden. Aus Gründen.

Als erstes suche ich (und das schon seit gestern) nach einem Plugin, das mir eine schlichte Liste der Portfolio-Projekte für die Seitenleiste liefert. Aber ich finde nichts, was meiner Vorstellung entspricht – des Web-Designers Leben besteht aus einer langen Reihe von gestalterischen Kompromissen… *grummel* Außerdem entrümpele ich die Kategorien gründlich, unter denen die einzelnen Projekte (Arbeitsbeispiele) eingeordnet werden. Alles für die von mir geliebte und stets gepredigte Übersichtlichkeit.

10:30 | Mein Lieblings-Langschläfer muß geweckt werden – er hat nämlich heute seinen ersten Karnevalseinsatz: Orden verkaufen auf einer Herrensitzung. Ja, die Kölner sind clever, die verkaufen ihre Orden. Und der baM ist Roter Funke – das war er schon, als wir uns einst begegneten – und ich habe viel über die andere Domstadt gelernt in den letzten 20 Jahren.

Während er sich für den “Dienst” parat macht, frickele ich weiter. Man glaubt ja übrigens nicht, an was man alles denken muß und wie wichtig bei der wenig spektakulären Web-Designerei Konzentration und Umsichtigkeit sind – also Ruhe nötig ist. Zumindest für mich, ich bin ja nicht so der Hintergrundmusik-Typ, sondern eine entschiedene Freundin von Stille.

11:30 | Der baM, der in seiner Uniform mal wieder umwerfend aussieht, wirft sich in seinem schönen Cabrio auf die Autobahn und ich beginne nun, nachdem der eher eintönige Technikkram durchexerziert ist, endlich mit dem Hübschmachen der Startseite.

12:30 | Kleine Pause. Ich mache mir ein Butterbrot und suche mir in der ARD-Mediathek die erste Folge von “Kommissar Wisting”, um den Anfang endlich mal nachzugucken. Diese Mediatheken sind ja als Angebot der Sender wirklich phantastisch – ich liebe das. Nie wieder ist es schlimm, daß man ein Ende verschlafen oder einen Anfang verpasst hat…

13:30 | Da diesmal die Übertragung der Fotos von der bisherigen auf die neue URL ganz, ganz schlecht geklappt hat – keine Ahnung, warum −, muß ich jetzt noch einige Bilddateien aktualisieren. Inklusive einer aufwendigeren Bildbearbeitung.

14:30 | Jetzt baue ich die neuen Fotos ein und straffe außerdem die Texte noch ein bißchen. Da sie von mir selbst sind, gibt es aber nicht viel, was man noch kürzen könnte, also wenig Platzeinsparung…

16:00| Fertig, Haken dran. Gutes Gefühl! Nun kann ich wenigstens mit einer aktuellen Website ins neue Arbeitsjahr starten. Und übrigens: aus ronnenberg-design.de wurde design-text-aachen.de!

Was wird sich 2020 wirklich für mich ändern, nachdem alle unsere klaren und simplen Pläne wegen deutscher Bürokratie und Gesetzgebungs-Unlogik in einer Art Hornberger Schießen endeten? Ich lasse aber auf jeden Fall den Groll des vergangenen Jahres hinter mir – letzten Endes war die konkret erlittene, üble Kundendemütigung immerhin ein Schubs, meine Dinge neu zu sortieren. Und wozu bin ich schließlich die Meisterin darin, in allem “Strunx” auch das Gute zu finden, nicht wahr?!

Ich gönne mir zur Feier des Moments ein Gläschen aus der Flasche Crémant, die schon viel zu lange bei uns herumliegt, und freue mich nun an der überraschend intelligenten Netflix-Serie “The Kominsky Method” mit Michael Douglas, die ich eben zu gucken begonnen habe. Nachher gibt es noch einmal Bratkartoffeln, ich werde vor dem Tatort ein bißchen nähen und irgendwann wird auch der baM wieder hier eintreffen… Ein schöner Sonntag war das dann für mich.

Nun verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zum aktuellen #WmDedgT von Frau Brüllen, wo unter ihrem eigenen Beitrag auch eine Linkliste der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu finden ist.

(Die vielen schönen Beiträge kann man unmöglich alle lesen – ich kriege das jedenfalls zeitlich nicht hin. Deshalb picke ich mir immer den ersten Blog mit interessant klingendem Namen raus und ab da stur jeden zehnten und diese Auswahl lese ich dann. So komme ich mit der Zeit auch ganz schön rum…)


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