Wenn schon nicht ich, so hat doch wenigstens meine Migräne eine Aura – so nennt man das, wenn eine Sehstörung der Migräne vorausgeht… Meine ist immer gleich, ein flackerndes, schwarz-weißes, kaleidoskop-ähnliches Gebilde, das sich für etwa eine halbe Stunde rechts über/neben dem Punkt bildet, den ich fokussiere, aber dann auch nicht mehr scharf sehe. Ich habe oben mal versucht, das darzustellen. Wenn die Sehstörung geht, kommt der hammermäßige Kopfschmerz.

Mit diesen Migräneanfällen habe ich ungefähr seit Beginn der Wechseljahre zu tun – die sind längst „durch“, der regelmäßige Knockout ist mir geblieben. Kommt einmal im halben Jahr – das ist wirklich nicht so schlimm viel – und dauert ungefähr einen halben bis dreiviertel Tag, während der Zeit bin ich quasi handlungsunfähig, doch dann ist alles wieder gut. Und dank der Aura kann ich immer noch alle Termine und Verabredungen ändern, bevor die Migräne richtig losgeht. Sehr praktisch, irgendwie…

Heute morgen schien es mal wieder so weit zu sein, die Sehstörung zeigte sich gegen neun Uhr und ich war schon ganz traurig, eventuell den Geburtstagsbrunch ganz absagen zu müssen, auf den ich mich gefreut hatte. Doch die „Aura“ verzog sich schnell und zurück blieb nur ein halbwegs gut aushaltbarer Kopfschmerz, der mir sogar anderthalb Stunden Mädelsbrunch erlaubte, bevor ich mich dann doch hinlegen mußte. Eine mittelfreundliche mittelstarke Migräne also.

Und nun rätsele ich, ob das Thema sich vielleicht insgesamt verharmlost oder ob das nur ein Vorbote für demnächst war… Das halbe Jahr, das üblicherweise zwischen meinen Attacken liegt, ist nämlich ungefähr vorbei.