Gestern auf einer Vernissage traf ich meine älteste, beste Freundin. Nur zufällig, denn wir sind keine Freundinnen mehr.
Ein Vertrauensbruch geschah, über den meine Seele, eigentlich immer sehr beharrlich treu, nicht hinwegkonnte. Das ist inzwischen schon ziemlich lange her… Dennoch hat mir die Begegnung für den Rest von gestern eine leicht wehmütige Stimmung beschert.
Denn nichts ist vergleichbar mit der Freundschaft zwischen zwei Frauen, die schon miteinander auf der Schule waren und in den Abi-Prüfungen gemeinsam um ihre Noten kämpften, die ihre Pubertät zusammen durchlebten und ihre aufregenden ersten Male, ihre vermeintlichen großen Lieben und viele bewegte Auszeiten auf Mallorca oder in Domburg. Die sich alles erzählen konnten und schon am Räuspern der Anderen erkannten, wie sie gelaunt ist. Die Glück und Leid teilten, deren gegenseitiges Vertrauen unerschütterlich schien und die nach außen eine untrennbare Einheit waren.
Diese Art von Vertrautheit seit Kindertagen ist tatsächlich unwiederbringlich. Und wenn man sie mal verloren hat, ist das durchaus ein legitimer Grund für einen kleinen Wehmutsmoment.
Doch mit heute 66 habe ich glücklicherweise auch längst lernen dürfen, daß natürlich andere alte Beziehungen durchaus Bestand haben können und daß mir außerdem immer wieder mal tolle Frauen begegnen, mit denen wunderschöne Freundschaften – Seelenschwesternschaften – entstehen, jede auf ihre Art sehr besonders und einzigartig.
Es ist halt nicht mehr – wie in jüngeren Jahren – die eine, beste Freundin, sondern heute sind es ein paar wenige, sehr-sehr gute… Und das ist auch ein großes Glück, weil ein buntes Leben!
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Oh, da muss ich auch ganz wehmütig an zerbrochene Freundschaften denken. Bei mir war es oft kein Knall, sondern der andere Part hat mich geghostet und ich weiss teilweise bis heute nicht, was ich falsch gemacht habe.
LG Suse
Genauso doof… Ich fühle mit!