#WmDedgT ist die Kurzform für “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und wurde im April 2013 von Frau Brüllen eröffnet – jeden Monat am 5. protokollieren Blogger ihren Tag, das ist echtes Tagebuchbloggen. Einblicke in den Alltag vieler Leben und Berufe und über den eigenen Tellerrand hinaus. Hier schreibt eine Design-und-Text-Freiberuflerin mit Ehemann, Dachwohnung und Souterrainbüro im selben Haus, eine Viertelstunde zu Fuß vom Zentrum Aachens entfernt …

7.00 | Kurz vor dem Wecker wach. Draußen ist es grau und regnerisch, gefühlt ein warmer Novembertag.

Nach den üblichen Verrichtungen ist der Kaffee fertig und ich schmökere ein bißchen im Internet herum. Mein Kalender erinnert mich an meine letzte Textkachel: “Noch 4 Tage bis zur Europawahl.” Dann ist es erst mal gut mit Politik und Selfies auf Social Media, aber es war mir eine Herzensangelegenheit.

8.00 | Ich trödele, mag mich noch nicht von Bademantel und Lesen trennen.

Ein Stich ins Herz – die Zeitung meldet, Peter Heusch ist plötzlich gestorben. Das macht mich betroffen. Nicht, daß wir noch Kontakt gehabt hätten, aber in unseren Kinderjahren an der Kaiser-Friedrich-Allee waren unsere beiden Familien direkte Nachbarn, er und ich gleich alt und quasi natürliche Spielkameraden mit dem Paradies aus Grün und Paubach direkt vor der Tür. Erinnerungen an eine schöne Zeit…

Und immer noch Überschwemmungsbilder. Ich kann nur versuchen, mir vorzustellen, wie sich das für die Betroffenen anfühlen muss.

Auf eine Überweisung warten. Auch so ein nerviges Ding für Selbständige – wir haben es nicht nur gut.

Und was koche ich denn eigentlich heute abend?

Vor dem Fenster novembert es immer doller vor sich hin. Aber ich will ja gar nicht meckern, habe wettermäßig genug Angst vor dem kommenden Sommer. Vor der Hitze, die ich nicht gut abkann….

9.00 | Nachricht aus der Druckerei meines Vertrauens: meine Einladungskarten sind abholbereit. Yeah! Also anziehen, Karten holen, einkaufen gehen.

10.30 | Das hat jetzt, inklusive Schwätzchen mit der lieben Frau Druckerei, tatsächlich anderthalb Stunden gedauert, obwohl alles nur einen Steinwurf weit weg von hier ist. Nun räume ich noch die Lebensmittel an ihre diversen Plätze und gehe dann an den Schreibtisch.

12.00 | Alle Einladungen sind nun handschriftlich adressiert, frankiert und liegen an der Tür parat, damit sie bei allernächster Gelegenheit in den Briefkasten kommen.

Auch wenn ich ja eine sehr durchdigitalisierte Person bin, so gibt es Dinge, die ich am liebsten per Echtpost mache. Denn in dieser Zeit der überquellenden Mailboxen kann man damit wieder ganz großartig die Aufmerksamkeit der Empfänger einfangen und fokussieren… Und so eine Postkarte sieht an einer Pinnwand auch hübscher aus als ein schnöder Mailausdruck.

13.00 | Zwischendurch – es lebe das Homeoffice – mariniere ich einen Schwung guter griechischer Oliven mit frischem Knoblauch und Zitronenzesten. Das soll ganz großartig schmecken und ich wollte es schon längst einmal ausprobieren, also bekommen morgen abend meine Doppelkopf-Damen die Ehre der ersten Probierrunde. Ich bin gespannt.

14.00 | Seit Tagen hatte ich Angst vor meiner Mailbox, weil mir der für ein Projekt ausgeguckte Fotograf seine ultimative Zu- oder Absage geben wollte. Nun ruft er an – und ich freu mich total, denn er macht’s. Also, wir machen es, und das wird bestimmt ein vergnügtes Arbeiten. Dazu noch mit Bezug zu unserem Viertel, wie schön ist das denn!

So hat tatsächlich auch dieser graue Tag schon mehrere Sonnenstrahlen gehabt…

16.30 | Der Arbeitstag vergeht mit Organisieren, Vorbereiten, Recherchieren, Mails, Denken und Machen. Damit ich dann morgen vielleicht mal wieder einfach “nur” kreativ arbeiten kann. Diese bunte Abwechslung und dieses Eintauchen in immer mal wieder neue Themen, das liebe ich an meinem Beruf… Und noch diesen Monat erreiche ich ein Alter, wo mich wieder andauernd Leute fragen werden: “Arbeitest Du denn noch?” Ja, tue ich – mit großer Freude und so lange es Kunden gibt, die meine Erfahrung und mein Können zu schätzen wissen.

17.00 | Jetzt setze ich mich noch an die Nähmaschine und nähe das T-Shirt zuende, das ich am Wochenende begonnen hatte. Dann kann das Nähzeug nämlich wieder aus dem Wohnzimmer geräumt werden.

Und zum Abendessen wird es heute Hähnchenbrust mit gebratenem Chicoree und Parmesansauce geben – nach dieser Sauce sind wir hier momentan quasi süchtig. Heute werde ich dann auch endlich ein Foto zum Rezept machen können, denn es stört mich ja wahnsinnig, wenn ich in meinem Online-Kochbuch nur einen Platzhalter zeigen kann.

Einen schönen Abend wünsche ich in die Runde! Hier kommt gerade die Sonne raus…

Nun verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zum aktuellen #WmDedgT von Frau Brüllen, wo unter ihrem eigenen Beitrag auch eine Linkliste der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu finden ist.

(Die vielen schönen Beiträge kann man unmöglich alle lesen – ich kriege das jedenfalls zeitlich nicht hin. Deshalb picke ich mir immer den ersten Blog mit interessant klingendem Namen raus und ab da stur jeden zehnten und diese Auswahl lese ich dann. So komme ich mit der Zeit auch ganz schön rum…)

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