Wer mich nicht kennt, wird nach dem Lesen dieses Beitrags vielleicht denken, ich sei auf dem Weg in eine Depression. Mitnichten! Eher so ein kleiner Weltschmerz-Anfall, denn auch der tapfersten Optimistin kommen derzeit – oh Wunder – nicht nur fröhlich-bunte Gedanken…

Und natürlich frage ich mich, ob „das alles“ jetzt so bleibt für meine restlichen zehn bis zwanzig Lebensjahre. So anstrengend, so traurig, so minimal hoffnungsvoll?

Krieg in Europa.

Wenn ich mir diesen dollgedrehten, fischkalten Despoten im Kreml so angucke, der für sich keinerlei Regeln mehr zu akzeptieren scheint und der brutal eine Nation zu zerstören versucht, dann frage ich mich, ob dieser überwunden geglaubte Territorial-Irrsinn jemals wieder aufhören wird.

Ich gehöre zu der Generation, die im Kalten Krieg erwachsen wurde… Wir wissen, wie sich diese ständige grundsätzliche Sorge um Eskalation und Aggression anfühlt. Hätten wir gedacht, daß wir dieses Grundgefühl – und um Gottes willen bitte nichts Schlimmeres – im letzten Lebensdrittel zurückbekommen? Herrje.

Corona-Endlosschleifen.

Diesbezüglich kriegt es – soviel wissen wir inzwischen immerhin – nicht nur unsere eigene, sondern keine Regierung weltweit so richtig auf die Reihe, was wirklich deprimierend ist. Auf Wissenschaftler zu hören, scheint keine Option zu sein. Corona wird uns bleiben und buchstäblich niemand hat eine Idee, wie damit bestmöglich umzugehen ist. Herrje.

Klimakatastrophe.

Ganz ehrlich? Hier habe ich allen Optimismus verloren und muß auf mich achten, damit ich nicht in Verzweiflung versinke. Das wird die dumme, egoistische, uneinsichtige Menschheit nicht hinkriegen. Da kann ich hundertmal meine Heizung runterregeln und das Fahrrad anstelle des Autos nehmen – solange die Regierungen das Thema allseits behindern und seine Dringlichkeit nicht endlich kapieren, wird das nix. Herrje.

Flüchtlings-Dramen.

Nicht nur aktuell aus der Ukraine, nein, überall auf der Welt sind Flüchtlinge unterwegs. Mitte 2021 – so schätzt der UNHCR in seinem Bericht vom November 2021 – lag die Zahl der Geflüchteten weltweit bei mehr als 84 Millionen! Wegen Kriegen, Klima, politischer Verfolgung, wirtschaftlicher Not oder fehlender Nahrung, es ist unglaublich in dieser Zeit, die wir für „modern“ zu halten neigen. Herrje.

Globalisierungs-Irrsinn.

Den immerhin werden wohl einige etwas zurückschrauben, eine der wenigen eher positiven Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine. Die sich hoffentlich durchsetzende Erkenntnis, daß immer höher, weiter, größer, schneller doch nicht der ideale Weg für uns Menschen ist. Weniger Sattheit, mehr Bewußtheit… Wär das schön.

All das vor Augen, ist es wirklich nicht so einfach, die eigene Lebensfreude zu erhalten und gleichzeitig ein denkender, aufmerksamer Mensch zu sein. Denn es kommt knüppeldick zur Zeit und aus allen Richtungen. Und den halbwegs entspannenden Rückzug in unseren rein privaten Kokon, den schaffe ich nie für lange… Wie sagt der sympathische Herr Zamperoni immer am Ende seiner Nachrichtensendung? “Bleiben Sie zuversichtlich!”

Herrje. Ich gebe mir Mühe…

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