Dieser Tweet, einer von unzählig vielen, die uns das Essen von nahezu Allem – aus jeweils guten Gründen – vermiesen sollen-wollen, brachte nun mein inneres Toleranz-Fass für moralinsaure Anklagen zum Überlaufen.

Schuld ist immer, immer, immer der Endverbraucher. Ach ja?!

Bei Nutella (die ich selbst überhaupt nicht konsumiere) greift ja immerhin der übliche Vorwurf der Billig-Mentalität nicht, auf die sonst so gerne als Grund allen Übels zurückgegriffen wird. Denn Nutella ist ziemlich teuer. (Im übrigen wird Schokolade nicht angebaut, aber ich will jetzt hier nicht haarspalterisch werden – denn die Schreiberin des wütenden Tweets ist eine von mir eigentlich sehr geschätzte Bloggerin.)

Selbstverständlich haben wir Verbraucher es in der Hand, welche Preise wir zu zahlen bereit sind und welche unterschiedlichen „Produktions“wege wir damit den Erzeugern von Lebensmitteln ermöglichen! Das ist für mich eine nachvollziehbare Logik, nach der ich in meinem persönlichen Einkaufsverhalten genauso lebe wie auch nach der äußerst schwierigen, selbstauferlegten Regel, Plastik zu vermeiden. Will sagen: ich mache es mir nicht leicht, ich denke – auch beim Einkaufen.

Aber wenn zum Beispiel ein Unternehmer im fernen Taka-Tuka-Land seine Arbeiterinnen und Arbeiter mega-mies behandelt (pfui, Unternehmer!) oder es in Mali offenbar ungestraft möglich ist (pfui, Legislative!), Arbeit von Kindersklaven machen zu lassen (pfui, Unternehmer!), dann hört es für mich auf, daß ich mir – als möglichst klug handelnde Hausfrau hier im kleinen Aachen, auf das Angebot von Bauernladen und Supermarkt fokussiert – diesen Schuh anziehe. Jawohl.

Denn auch gesetzgebende Regierungen haben eine Macht über die Produzenten von Lebensmitteln – sollten sie zumindest haben – und erst recht haben die jeweiligen Konzerne und Unternehmer eine Verantwortung für ihr Handeln gegenüber den Menschen, die für sie arbeiten, gegenüber dem Produkt und auch gegenüber dem Endverbraucher! Dieses Verantwortungsgefühl, dieser Respekt, diese unternehmerische und menschliche Ethik – das sind Haltungen und Grundsätze, die der Welt abhanden gekommen sind…

Und dann sollten vielleicht nicht Endverbraucher mit dem Finger auf andere Endverbraucher zeigen, sondern wir uns alle gemeinsam darum kümmern, daß wir nicht mehr andauernd so grandios verarscht werden?


 

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