Tja, liebe Leute aus nah und fern, beneidet uns Aachener mal kräftig um unsere Weltgewandtheit – und um unsere ganz eigene Perfektion von Anbiederei…

Es gab einmal, lange vor der Zeit des Universitäts-Klinikums am Stadtrand, das sogenannte „Alte Klinikum“, gelegen in einem großen Park am Rande des schönen Südviertels, verteilt auf viele einzelne Häuser und deshalb zum medizinisch sinnvollen Arbeiten sicher extrem unpraktisch.

Längst wurde aus dem Gebäude-Ensemble der „Park am Alten Klinikum“ – so die lebensnahe Bezeichnung seitens der Öcher –, in dem man einige der alten Häuser umwidmete, andere abriss und neue dazubaute. Firmen und Institutionen siedelten sich an und auch gastronomische Perlen wie das „Alte Torhaus“ und das „Café Liège“. Gewachsene Strukturen, in der Jetztzeit angekommen und mit einem Namen, der politisch völlig untadelig ist und von der Aachener Geschichte erzählt.

Wie schön, wie sinnvoll, wie erhaltenswert.

Doch nun wurde der traditionsreiche Park offiziell benannt in „Nelson-Mandela-Park“. Was für ein unglaublicher Schwachsinn! Die leidenschaftliche Lokalpatriotin in mir ist entgeistert.

(Ja, auch ich achte auf eine ferne, diffus aufschauende Weise den Nobelpreisträger und sein Werk. Aber was hat, bitteschön, das eine mit dem anderen zu tun?)