Weil eine sträflich gedankenlose Person aus einer Marketingabteilung eine entscheidende Info viel zu spät gegeben hat und ewig nicht auf ihre E-Mails reagierte, habe ich einen Scheißtag hinter mir. Und das kam so:

Ein neuer Kunde hatte mich gebeten, auf seiner Website etwas einzufügen, anderes zu ändern – eigentlich ein kleiner Ruckzuck-Job. Die Website läuft unter dem gestalterischen und technischen Dach der großen Händlergemeinschaft, der er angeschlossen ist.

Also sollte ich das mir noch unbekannte CMS-System Typo3 kennenlernen. Genauer Laien-Leitfaden und detaillierte Mail mit den Zugangsdaten lagen vor. Inhaltlich waren wir sowieso schon klar. Also gestern mittag alles Schritt für Schritt abgearbeitet. Prima. Gespeichert. Irgendwas falsch gemacht? Nein, sah nicht so aus, die Vorschau war komplett in Ordnung.

Trotzdem erschienen die Änderungen nicht online. Warum?

Neuer Versuch. Gleiches Ergebnis.

Versuch mit anderem Browser. Gleiches Ergebnis.

Nochmal Leitfaden studiert, die ganze Arbeit wiederholt. Gleiches Ergebnis.

Ratlosigkeit…

Also – das war gegen 14 Uhr – eine um dringende Hilfe bittende E-Mail an die Marketingfrau der Händlergemeinschaft geschrieben, von der ich die Zugangsdaten und die Login-Anleitung bekommen hatte. Eine Telefonnummer stand in dieser Mail natürlich nicht. Die Dame erhielt von mir klare Fragen und Screenshots zum offensichtlichen Problem.

Bis abends zwei weitere Mails geschrieben, ohne jede Antwort. Bemerkenswert, wie ignorant manche mit ihren Kunden umgehen – denn was wäre so eine Händlergemeinschaft ohne ihre Händler = Kunden, nicht wahr?

Heute morgen direkt die Website gecheckt, immer noch nichts von meinen Änderungen zu sehen. Dafür hatte mein Kunde die Telefonnummer einer zuständigen Hotline bei seiner Händlergemeinschaft herausgefunden. Diese wählte ich nun. Um von einem Anrufbeantworter angesäuselt zu werden, daß der Mitarbeiter gerade nicht erreichbar sei. Hotline, ha!

Während ich nun bis mittags ungefähr viertelstündlich diese sogenannte Hotline vergeblich zu erreichen versuchte, natürlich auch mehrmals die Bitte um Rückruf auf dem Anrufbeantworter hinterließ und mich wegen all dem nicht aus dem Büro wegbewegen konnte, wiederholte ich auch noch einmal die Arbeitsschritte vom vorhergegangenen Nachmittag. Vorschau in Ordnung, online immer noch nichts zu sehen.

(Wird’s langweilig? Verstehe ich gut – wäre mir auch so gegangen, wenn mein Ziel nicht gewesen wäre, den eigentlich kleinen Auftrag meines Kunden zu erfüllen.)

Dann kam mir die Idee, über die Facebook-Seite der Händlergemeinschaft öffentlich nachzufragen, ob die Hotline kaputt sei. Kurze Zeit später (!) ein Rückruf von einem sehr freundlichen Herrn, der sich nun kümmern wollte. „Aber jetzt sind die gerade alle in der Kantine.“

Gegen 14 Uhr – also ziemlich genau einen nervenzermürbenden Sch…tag später – kam dann eine Mail von der Person, die ursprünglich die Mail mit den Zugangsdaten verschickt hatte: alles sei doch völlig in Ordnung und im übrigen jetzt auch online. Man würde die Änderungen nie (!) sofort sehen, die würden immer (!) erst über Nacht veröffentlicht.

Diese eine „Kleinigkeit“ – bei einem Content-Management-System eine Absurdität, auf die man wirklich nicht von selbst kommen kann – stand nicht im Leitfaden und nirgendwo sonst. Hätte mir aber, wenn ich davon gewusst hätte, eine riesige Menge Zeit und auch Streß erspart und mir außerdem einen selbstbestimmten, sehr viel entspannteren und produktiveren Freitag erlaubt.

Vielen Dank auch!