Zu klein für einen eigenen Beitrag? Zu schade zum Vergessen?
Hier notiere ich es alle vier Wochen…

  Klick!   

22.6. | Vor dem Fenster Meisenturnen vom Feinsten, ich habe immer großen Spaß daran.

24.6. | “Bleiben Sie, wie Sie sind”, sagt morgens am Ende eines Telefonates der Kunde zu mir und das tut richtig gut…

25.6. | Aufbruch zur kleinen Herrentour – ich bekomme unbeaufsichtigtes Wohnen für zweieinhalb Tage. Nach dem Pandemie-mäßigen Zweisamkeits-Overload durchaus mal schön. 

25.6. | Anläßlich eines spannenden Vortragsabends lerne ich endlich mal die architektonisch markante Kirche unseres Viertels von innen kennen. Sie ist katholisch, ich nicht, deshalb hat das ein paar Jahre gedauert. 

26.6. | Ein sonniges Weiberfrühstück – endlich mal wieder Auge in Auge. Ich bin mit dem Fahrrad bis Burtscheid gefahren und tue das natürlich auch auf dem Rückweg, also bin ich vernünftig und trinke nur Wasser. 

27.6. | Ein bißchen auf der Terrasse Geburtstag gefeiert mit Fingerfood, Karin und Franz Josef, Marlies, Peter, Peter jr., Petra, Verena und zwischendurch einem fast waagerechten Platzregen… Wenn man bedenkt, daß wir vor ein paar Wochen noch nicht wussten, ob man sich überhaupt persönlich sehen kann, war das richtig toll! 

30.6. | Wieder im Knipp mit dem baM*, wieder verregnet und wieder lassen wir uns davon den Abend in unserer Lieblingskneipe nicht verderben – es herrscht gute Laune. 

5.7. | Mein Bruder schenkt mir einen superleckeren Rosolio – habt Ihr auch noch nie gehört? Jedenfalls kann man mit dem Italicus einen köstlichen, sommerlichen „Sprizz“ machen, der auf dem besten Weg ist, mein neuer Lieblings-Verwöhndrink zu werden. Mal ganz abgesehen von der hinreißend schönen Flasche. 

6.7. | Wiedersehen mit meiner heute in Toulouse lebenden Schulfreundin, ihrem Mann und ihrer Familie. Trauriger Anlaß, trotzdem gutes Gefühl. Und auf der Heimfahrt von Venwegen in die Soers beglückt mich zusätzlich dieser phänomenale Sonnenuntergang auf der Trierer Straße. 

9.7. | Meine irische Kusine Heike – ihre Mutter und mein Vater sind Geschwister – ist zu Besuch in Aachen, denn ihr Pferd ist hier in Quarantäne, bevor es dann weitergeht zur Olympiade in Tokio, wo sie als Einzelreiterin in der Dressur ihr Land vertritt. Ich bin so stolz auf sie (sie hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag) und es war vor allem schön, ein paar gemütliche Abende mit ihr zu verbringen und sie ein bißchen zu verwöhnen. 

14.7. | Dicke Regentropfen auf Rosen, immer wieder zauberhaft – wie könnte ich da fotografisch widerstehen? Und wie konnte ich ahnen, was Stunden später ganz bei uns in der Nähe passieren würde? 

17.7. | Seit einiger Zeit herrscht wieder mehr Artenvielfalt am Futterhaus. Sperlinge, Grünfink und Blaumeise knuspern sogar ab und zu mal zusammen – so eine Freude… Dafür zeige ich sogar gerne dieses teils unscharfe Foto. 

Und was “nicht so schön”, also eher schrecklich war? | Wir hier in Aachen stehen gerade unter dem tiefen, verstörenden Eindruck der Hochwasser-Katastrophe von vor wenigen Tagen. Ganz nah bei uns liegen Kornelimünster, Stolberg und Eschweiler, und als knapp nicht Betroffene schäme ich mich fast, weiter (m)ein ganz normales Leben leben zu können. Ich bin 62, relativ klein und nicht durchtrainiert, eine übliche Schaufel vom Bau ist mir schon per se fast zu schwer, deshalb bleibt jemandem wie mir fast nur das Spenden.

Aber auch das ist eine wichtige Hilfe, denn momentan fehlt es an Geld, nicht an Sachspenden! Neu eingerichtet wurde von der Stadt das zentrale Konto „Aachen hilft“ bei der Sparkasse Aachen, DE27 3905 0000 1073 7977 61.

Daß ich diesen turnusmäßigen Beitrag auch heute und trotzdem schreibe, ist keine respektlose Oberflächlichkeit, sondern eher das Hochhalten meiner Überzeugung, daß wir immer auch im Kleinen ein kleines Gutes finden können und daß das für unsere Seelen gut ist…

Wie es jetzt allerdings in den Gemütern der vom Hochwasser Betroffenen aussehen mag, die über Nacht alles verloren haben, vermag auch ich mir kaum vorzustellen. Es ist zum Weinen.

“Was schön war” wurde 2016 (?) begonnen als Zeichen gegen das viele Negative im Web. Man findet das Schöne – die kleinen Glücksmomente – inzwischen auf vielen Blogs (zum Beispiel bei: Ach komm, geh wech | Maximilian Buddenbohm | E13 | Anke GrönerAu fil des motsAr GueveurThe proof of the pudding | Jademond | Texterella u.a.) von unregelmäßig über wöchentlich bis zu monatlich; ich selbst habe mich für monatlich um den 20. herum entschieden.

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