#WmDedgT heisst: “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und wurde 2013 von Frau Brüllen ins Leben gerufen – jeden Monat am 5. schreiben (!) die teilnehmenden Bloggerinnen und Blogger ihren Tagesablauf auf. Einblicke in den Alltag vieler unterschiedlicher Leben und Berufe und vor allem über den eigenen Tellerrand hinaus. Im Prinzip wie #12von12, nur mit Worten statt mit Bildern…

8.30 | Ausschlafen am Samstag – danke, innere Uhr, das hat gutgetan. Ich schlafe in den letzten Tagen sowieso relativ lange für meine Frühaufsteher-Verhältnisse, sehr ungewöhnlich.

Vor dem Fenster ist es gräulich, und während ich auf den Kaffee warte, beseitige ich die Malheurchen von gestern abend.

In der Gewürzabteilung des Schrankes ging gestern beim Herausnehmen die Dose mit dem tollen groben Salz aus Mallorca – ein Geschenk von den lieben Knipps – auf und all das Salz rieselte zwischen all die anderen Döschen. Also ausräumen, Salz wieder einfangen und in eine stabilere Dose packen, saubermachen, wieder einräumen.

Außerdem ist meine Backofenmatte mit dem Rosenkohl “übergelaufen”, ein Gemisch aus Essig, Öl und Rübenkraut hat sich gründlich und als zähe, dicke Schicht ins Backblech eingebacken. Orrr! Hier kann nur meine Geheimwaffe zum Einsatz kommen – einweichen mit Spülmaschinenpulver und Wasser, ca. 24 h, jedenfalls möglichst lange.

Den Tipp habe ich mal von einer Putzfrau bekommen und habe damit von verfleckten Tischdecken bis zu verkrusteten Töpfen schon alles mögliche retten können. Ich denke daher stets in Dankbarkeit an sie, obwohl sie ansonsten eine echte Nervensäge war, die mir ein Ohr abquatschte, während sie arbeitete und ich am Schreibtisch dasselbe versuchte.

Bei all dieser beschaulichen Werkelei ist mir dann auch eingefallen, was ich heute abend kochen möchte.

9.30 | Doch jetzt schmökere ich erst einmal ein bißchen im Internet.

10.00 | Der Entschluß, Aachens wichtigsten und umtriebigsten Anti-Rechts-Journalisten auf Twitter zu muten, fühlt sich fast wie ein Frevel an. Aber der Mann schreibt sooo viel, daß er manchmal meine gesamte Aachen-Timeline füllt und ich das ungute Gefühl habe, in einer braunen Brühe unterzugehen. Diese Menge an Informationen – für die er meine uneingeschränkte Hochachtung hat – macht mir schon seit einer Weile regelmäßig schlechte Laune, also gucke ich jetzt mal für einen Monat, wie sich Twitter mit weniger von ihm anfühlt.

Außerdem feile ich an einem Blogtext herum, der nächste Woche online gehen soll. Manchmal ist es gar nicht so einfach, Themen, die mir wichtig sind, in einen locker-flockigen Ton zu verpacken. Und meine ewige Perfektionierungs- und Änderungswut, nachdem ein Beitrag bereits erschienen ist, will ich mir gerade durch besseres Vorschreiben endlich mal abgewöhnen.

11.00 | Es ist geschafft, ich bin angezogen und fahre jetzt einkaufen.

Lustiges Erlebnis unterwegs: Krähe trippelt in aller Ruhe zu Fuß über die Straße, bringt mehrere Autos zum Abbremsen. Auf der anderen Seite angekommen, breitet sie die Flügel aus und erhebt sich in die Luft. (Wahrscheinlich hat sie dabei gegrinst.)

12.00 | Zurück mit einer Portion Kibbeling aus der unwiderstehlichen Fischbude vor dem HIT, die nach der Weihnachtspause endlich wieder aufhat. Frühes Mittagessen, aber passt – da ich nicht frühstücke, habe ich jetzt sowieso Hunger.

Während ich esse, ruft die Printenbäckerei an, die ich wegen des Aachen-Buches um einen Gesprächs- und Fototermin gebeten habe. Nun habe ich einen Termin, juchhu. Die Kleins liegen mir am Herzen, deshalb freue ich mich darüber sehr.

Es ist übrigens interessant, wie unterschiedlich die ca. 25 Unternehmer reagieren, die ich deshalb angeschrieben habe. Die meisten haben bis jetzt gar nicht reagiert, was mir ziemlich unbegreiflich ist, denn durch die Aufnahme in das Glücksorte-Buch erhalten sie eine total kostenlose Zusatzwerbung. Tse.

Dann suche ich ein Faltenfoto von mir, als Illustration für den geplanten Blogartikel. Werde fündig. Muß ich noch drüber nachdenken…

14.00 | Ich schreibe jetzt mal eine längere Mail an meine Lektorin, damit sie weiß, daß die Dinge hier auf einem guten Weg sind. Beziehungsweise auf überhaupt einem Weg – durch diese lange Feiertagspause hat man so einen falschen Eindruck von Stillstand.

17.30 | Wo ist der Tag nur hin? Ich war völlig versunken in den Vorrecherchen zu meinem Buchprojekt (wie haben die Autoren das bloß früher ohne Internet hingekriegt?), habe die To-do-Liste fürs Buch aktualisiert und bin jetzt sehr zufrieden mit mir.

Jetzt räume ich mal die Spülmaschine aus und ein – denn ich hasse es, in einer unaufgeräumten Küche zu werkeln – und brate dann die Champignons für das Risotto an… Risotto ist ein Traum: ich kann mich ideenmäßig austoben und der Mann isst es immer total gerne. Was wollen wir mehr?!

Der Rest des Abends findet für mich im großen Sessel statt, denn fleißig war ich dann genug für einen Samstag.

(Morgen passiert hier übrigens viiiiel mehr, aber morgen ist ja nicht mehr WmDedgT…)

Nun verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zum aktuellen #WmDedgT von Frau Brüllen, wo unter ihrem eigenen Beitrag auch eine Linkliste der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu finden ist.

(Die vielen schönen Beiträge kann man unmöglich alle lesen – ich kriege das jedenfalls zeitlich nicht hin. Deshalb picke ich mir immer den ersten Blog mit interessant klingendem Namen raus und ab da stur jeden zehnten und diese Auswahl lese ich dann. So komme ich mit der Zeit auch ganz schön rum…)


 

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