Als Leserin bin ich wirklich sehr, sehr, sehr traurig!

Mit meinen inzwischen 63 Jahren blicke ich zurück auf eine kleine, feine Historie von Lieblings-Frauenzeitschriften, die ich also entweder immer gekauft oder sogar abonniert hatte:

In jungen Jahren die Freundin, oft parallel gelesen mit der Brigitte. Wir hatten ja sonst wenig…

Dann war ich sehr lange eine treue Stammleserin von Brigitte Woman.

Es folgten ein paar unentschlossene Jahre, in denen ich mich eher leidenschaftslos durch die Frauenzeitschriften-Sparte schmökerte – aus beruflichen Gründen sollte ich ja aber ein Bild von den wichtigsten Print-Publikationen haben.

Und dann erschien 2015 die BARBARA. Ehrlicher und frecher Ton, eine uneitle Attitüde, erkennbares inhaltliches Konzept in guter Mischung, angenehmes Layout, unaufdringliche Typografie. Genau mein Ding! Deshalb lese ich sie lückenlos seit Heft 1 – im Abo und damit als planbare Größe für den Verlag.

Und jetzt das: der dumme, dumme, dumme RTL-Konzern, der Gruner+Jahr erst 2021 gekauft hat – schon das war eine deprimierende Meldung – und der im Printbereich so gut wie keine Erfahrung aka Ahnung hat, kündigte im Februar 2023 einen beispiellosen Kahlschlag in seinem frisch erworbenen Zeitschriftensegment an, dem auch die BARBARA zum Opfer fallen soll. (Wenn man genau hinguckt, plant RTL im Prinzip das Einstampfen aller seiner Frauen-Titel mit inhaltlichem Anspruch über Mode und Beauty hinaus… Die Brigitte Woman zum Beispiel fliegt nämlich auch raus.) Ich bin nicht die Einzige, der deshalb zum Heulen zumute ist – da muss man sich nur mal auf den Social-Media-Plattformen umgucken.

Man macht die Medienlandschaft doch nicht interessanter (und damit auch wieder profitabler), indem man ihre Vielfalt zerstört! Denn nein, RTL, ich werde dann nicht plötzlich wieder die Brigitte lesen, das rechnen Sie sich mal bloß nicht so aus.​

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Die offenbar auch überraschte Redaktion der BARBARA hat sich via Instagram zur drohenden Einstellung des Magazins geäußert.

Und ich habe hier schon einmal geschrieben über meinen Besuch bei der BARBARA.

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