Ja, auch ich finde das Älterwerden viel besser als einst befürchtet. Doch es geht mir jetzt hier nicht um einen Spirit à la Ildikó von Kürthys „Alt genug“… Aber auch nicht um ein „Mimimi“, nur um eine ehrliche Beobachtung. Denn noch etwas anderes schleicht sich ins Leben, wenn du die 60 überschreitest – es ist anscheinend jetzt das Alter, wo man sich viel kümmern muß. Ich sehe das rundum…
Alte Eltern, kranke Freunde, vereinsamende Hinterbliebene, es wird irgendwie an allen Ecken und Enden immer mehr. Das sind dann unter Umständen mehrere einzelne emotionale Baustellen gleichzeitig mit geliebten, mir wichtigen Menschen, die ja auch jeweils keineswegs dumm sind. Mal eben locker-flockig ein bißchen gute Stimmung zu verbreiten, ist also keine Option. Hier geht es bei jedem um ernste Dinge und jedem ist natürlich seins am wichtigsten – nichts menschlicher als das. Ich habe gar nicht so viele „Daumen“, wie ich drücken wollte. Zeit, die ich teilen müsste. Mitgefühl, das ich rauslassen sollte. Kraft, die ich weitergeben könnte.
Und dabei bin ich noch nicht einmal so besonders „fleißig“ – ich kenne Frauen, die sind in dieser Hinsicht viel aktiver. Und es scheint sowieso immer alles zu wenig, ständig begleitet mich der lästige Verdacht, nicht genug zu tun.
Denn neben der Hilfe, die ich geben kann und möchte, habe ich ja nicht nur einen Beruf, einen Mann und einen Haushalt, sondern eine weitere Herausforderung, die sensibel und unentwegt gelöst sein will: selbst nicht untergehen in einem grauen Meer, das gar nicht mein eigenes ist… Grenzen ziehen… Meine Kraftquellen finden… Die eigene Lebensfreude und den Humor nicht verlieren… Ich versuch’s!
Doch ja, ganz ehrlich – das Jahrzehnt mit der Fünf davor fühlte sich insgesamt irgendwie fluffiger an.
Foto: Die Schutzengelchen aus meinem peinlich verstaubten Setzkasten schienen mir ein gutes Motiv zu sein – denn wir alle können versuchen, ein Teilzeit-Schutzengelchen für jemand anderen zu sein. Zack, mehr Liebe in der Welt.
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Meine Liebe, Du machst das schon alles ganz prima. Du bist aufmerksam, interessierst Dich für Deine Mitmenschen, Du kümmerst Dich, fragst nach … das ist so viel mehr, als manche andere Menschen, die näher dran sind/sein sollten, zu geben bereit sind. Das kostet Kraft, Deine nämlich – und da ist es voll okay, wenn Du Dich auch um Dich selbst kümmerst! [Und damit meine ich nicht das Staubwischen ;-)]
Einen schönen, geruhsamen und Kraft spendenden Sonntag wünsche ich Dir!
<3
Du hast es gut und richtig ausgedrückt. Es wird nicht leichter – für empathische Menschen. Denn Altwerden bringt allerlei Missliches mit sich – sonst ginge es ja auch für Feiglinge. Seit ich die 7 vorne stehen habe, gibt es einen Lieblingsspruch, den ich gerne verschenke: „ich habe keine Zeit für Scheiß!“ Also setze dich selbst bitte auf einen der 3 vorderen Plätze deiner Prio Liste und halte dich nicht mit Scheiß auf! So wichtig!