Eine prosperierende Stadt ist eine phantastische Sache. (Sogar, wenn ganz offensichtlich kein stilistischer Plan weitblickender Art dahintersteht.) Man kann als Bürger im Großen und Ganzen stolz auf seine Stadt sein und sich im Kleinen über die wachsende Infrastruktur im eigenen Viertel freuen.

So haben wir hier inzwischen einen HIT-Markt, eine Apotheke und manches andere hinzugewonnen, das ist tatsächliche Verbesserung von Lebensqualität – ich muß zum Beispiel weniger weit fahren, um einzukaufen, das ist toll.

Und wir haben die Ecke Krefelder Straße/Merowingerstraße, an der seit längerem dieses Riesending gebaut wird. Die vierspurige, mit Radspuren sogar sechsspurige Krefelderstraße ist aus Richtung Stadt eine der Ausfallachsen zur Autobahn und sowieso in Richtung Norden, also Würselen, Alsdorf usw. Die kleine, zweispurige Merowingerstraße ist eine wichtige Achse in Richtung Soers und Laurensberg und daher ebenfalls viel befahren.

Seit Monaten nun haben die LKWs der wechselnden Gewerke, die an dem Bau beschäftigt sind, die Stadtauswärts-Spur der kleinen Merowingerstraße gekapert – ich weiß wirklich nicht mehr, wann ich da zum letzten Mal ungehindert entlangfahren konnte. (Außer sonntags, natürlich.) Sie stehen gerne kurz hinter der Ecke, so daß auch wirklich jeder was davon hat, ob er nun gerade an der roten Ampel wartet und damit niemandem mehr ausweichen kann oder ob er einfach weiterkommen möchte…

So was macht auf Dauer sauer. Denn als genervter Anwohner fragt man sich – trotz aller um Einsicht bemühten Geduld – tatsächlich irgendwann, wem die Straße wohl „gehört“. Wie lange darf so ein Baustellenbetreiber sich benehmen, als gehöre sie ihm, und wie lange darf er alle anderen in ihrem Alltag kontinuierlich behindern? Und warum werden wir Anlieger nicht einfach mal informiert? Zum Beispiel über den Fertigstellungs-Termin der Baustelle? (Das wäre ja sowas von unkompliziert: ein charmanter Textzettel in die Briefkästen!) Dann wüßten wir, wann wir aufatmen können…

Und so kam es heute morgen zu diesem Tweet:


Und das denke ich nicht erst, seit wir hier in der Soers diese pink-lila Merkwürdigkeit hingebaut bekommen. Schließlich habe ich in diesem Leben schon an mehreren benachbarten Baustellen „teilnehmen“ müssen und mich immer schlecht informiert gefühlt.


 

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