Petrina Engelke, in New York lebende deutsche Journalistin, ruft in ihrem Blog zu einer Blogparade mit einem mal wirklich neuen Thema auf… Und ich denke nach: was sind denn eigentlich für mich schwierige Bedingungen beim Kochen? Verschiedene Szenarien sind denkbar – alles aber ist natürlich ein „Schwierigkeiten ausdenken“ auf hohem Niveau, denn ich habe bisher immer ein Dach über dem Kopf und einen nicht komplett leeren Küchenschrank an meiner Seite gehabt…

Häufig erlebt jedoch in meinen Studenten- und Existenzgründungsjahren: die Komplikation, kein Geld zum Einkaufen zu haben. Da hilft mir das Hamster-Gen, das mir meine Mutter vererbt hat und dank dessen ich ein paar Grundnahrungsdinge immer da habe, wie z.B. Reis, Nudeln, Parmesan, Knoblauch, Öl. Damit sind Alio e olio oder ein Risotto schon fast fertig!

In dieselbe Problematik gehört dann auch „Ich hab‘ nix im Haus!“, womit ja meist frische Sachen gemeint sind, denn ich habe nie nichts im Haus. Verhungern muß also niemand bei mir, siehe oben – ein Blick in den Schrank genügt… Das würde auch gelten, wenn mich hungrige Überraschungsgäste überfielen oder die gesamte Familie bei uns eingeschneit würde und erst Tage später wieder weg käme, wie es Weihnachten vor ein paar Jahren fast passiert wäre. Irgendwie kriege ich jedenfalls immer was Essbares gezaubert.

Ich war nie eine Camperin, aber lange eine (Mit-)Seglerin auf 9-m-Kajütschiffen. Hier begegnet man dann als Smutje vor allem dem Wind: Alles dreht sich, alles bewegt sich. Und zusätzlich ist kein Platz. Bei Flaute koche ich alles, was auf zwei Gasflammen machbar ist (sehr opportun sind hier immer Nudeln mit irgendeiner Sauce), bis Windstärke drei erwärme ich noch halbwegs gerne eine Fertigsuppe, bei Sturm denkt dann sowieso keiner mehr ans Essen, sondern nur noch ans Schiff und an die Rettung der Segel. Hier hilft dann zur Stärkung vor allem Genever…

Noch eine denkbare Komplikation: kein Strom. Wenn das zuhause passiert, dann mache ich mir ein Butterbrot oder gehe essen – was natürlich völlig von der Flächenausdehnung und Dauer des Stromausfalls abhängt. Aber darüber – und aus welchen Gründen man sonst noch keinen Strom haben könnte – möchte ich (in der Nachbarschaft zweier maroder belgischer AKWs lebend) lieber gar nicht intensiver nachdenken…

Da Petrina so anschaulich über den notwendigen Erfindungsreichtum in ihrer kleinen Küche erzählt, schließe ich mit dem Rezept, das ich vermutlich bei wenig Platz bevorzugt kochen würde: ihrer Vorliebe ganz ähnlich, würde ich mich wohl für Risotto entscheiden, aus denselben Gründen – geht in nur einem Topf, braucht auch sonst wenig Gerätschaften und man kann an Zutaten fast beliebig addieren, was einem schmeckt und was gerade da ist.

Danke für diese leckere Blogparade, liebe Petrina! Und sobald der amerikanische Präsident ein anderer ist und ich also wieder in meine Lieblings-Megacity reisen mag, steigen unsere Chancen, uns mal persönlich kennenzulernen…